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Stadtrundgang durch Vejle

Banegårdspladsen (Bahnhofsplatz) und das Økolariet
Wir beginnen unseren Rundgang am Banegårdspladsen, wo VisitVejle seine Adresse hat. Die Touristeninformation erhielt 1999 neue Räume in dem frisch renovierten Gebäude, dessen Fassade zum Banegårdspladsen weist.

Gegenüber befindet sich das Verkehrszentrum von Vejle mit Bahnhof, Busbahnhof und Bahnhofsplatz. Auf dem Banegårdspladsen erhebt sich Bjørn Nørgaards 8,5 m hohes Granitmonument mit biblischen Reliefmotiven.

Wir überqueren die Straße Dæmningen, unter der der Wasserlauf Mølleå fließt, und erreichen das Økolariet, einen ungewöhnlichen Bau des Architektenbüros Exner’s Tegnestue A/S. Das knapp 2.000 m² große Wissens- und Erlebniszentrum wurde 2003 gebaut. Die Ausstellungen bieten Inspiration und Wissen über Umwelt, Energie und Natur, Technologie, Innovation, Architektur und Bauplanung. Die interaktive Ausstellung gibt einen Einblick über die Zusammenhänge zwischen unserem Verhalten in Natur, Haus, Garten, Stadt, Umwelt und bei der Arbeit.

Den Smidtske Gård
Wir gehen die Fiskergade entlang, durch einen Torbogen in der Foldegade und erreichen die Søndergade, in der sich Den Smidtske Gård befindet 1799 ließ der Kaufmann A.I. Smidt den alten Kaufmannshof von Baumeister Anders Christensen Kruuse und dem Architekten und Bildhauer Jens Hjernøe errichten. Das Vorderhaus an der Søndergade bildet den ältesten Teil des Hofs – beachten Sie die Namen des Bauherren und seiner Frau sowie die Jahreszahl über dem Torbalken. Es diente sowohl als Wohnhaus mit Küche, Brauküche und Mangelstube (Vorderhaus und Nordflügel) als auch als Getreidehaus, Lagerhaus, Wagentor und Stall für die Pferde der Kunden. Der Hof beherbergt heute Geschäfte und Cafés.

Skt. Norberts Kirche und Skt. Maria Hospiz
Vom Smidtske Gård gehen wir die Fjellegade hoch, vorbei an der Skt. Norberts Kirche, einem katholischen Gotteshaus aus dem Jahre 1924. Es entstand direkt neben dem Skt. Maria Hospital. Beachten Sie die Glasmosaikscheiben zur Fjellegade, die von einem ehemaligen Lehrer der benachbarten katholischen Schule, dem Künstler Nis Schmidt, geschaffen wurden.

Hinter dem Rathaus befindet sich das Café Den Gamle Arrest (Altes Gefängnis) und die alte Polizeiwache von Vejle, die heute u.a. Klassenräume der Skt. Norberts Schule und Gemeinderäume der Skt. Norberts Kirche beherbergt. Das Gebäude ist ein Entwurf des Architekten Martin Nyrop und wurde 1919-1920 gebaut. Hinter der ehemaligen Polizeiwache steht das alte Gefängnis, das heute ein Café ist. Im Hof befindet sich außerdem eine kleine Freilichtbühne. Wir gehen zur Straße Blegbanken und sehen links das ehemalige katholische Hospital Skt. Maria, Krankenhaus der Weißen Schwestern – das heutige Skt. Maria Hospiz. 

Dommergården (Gerichtshof) und Staatsamt
Wir biegen rechts in die Vedelsgade ab, wo sich der Dommergården befindet. Wie die Polizeiwache ist er von ca. 1920 und hat den gleichen Architekten, Martin Nyrop. Er dient noch immer als Gerichtshof.

Direkt daneben befindet sich das ehemalige Staatsamt, das 1899-1900 erbaut wurde.

Vor dem Gebäude stehen drei alte Wildbahnsteine von der Einfahrt zur Wildbahn, die König Frederik II. 1579 anlegen ließ. Die Einfahrt war ursprünglich von Holzpfählen eingefasst, die 1760 durch Steine ersetzt wurden.

Vejle Kunstmuseum
Wir biegen links ab und gehen über die Straße zum Vejle Kunstmuseum. In seiner über 100-jährigen Geschichte hat die Kunstsammlung von Vejle mehrere Adressen gehabt. 2006 kam ein neues Ausstellungsgebäude des Architekturbüros Kim Utzon hinzu. Auch in Vejles erstem richtigem Museumsgebäude von 1923 sind Teile der Sammlung zu sehen. Diese beiden Gebäude schließen das bisherige Domizil, die Bibliothek von 1934, ein. Für die Verbindung der Gebäude sorgt Kim Utzons charakteristischer Foyerbau mit dreieckigen Pfeilern und Glasdach.

Das Kunstmuseum verfügt über eine der landesweit interessantesten Sammlungen dänischer und europäischer Grafikkunst, u.a. mit Kupferstichen von Albrecht Dürer und Radierungen von Rembrandt. Daneben gibt es viele interessante Sonderausstellungen, eine Kunstbibliothek, einen Museumsladen und Audioguides.

Vejle Musiktheater und der Stadtpark
Am Kreisel Flegmade steht das Vejle Musiktheater von 1992, das eine Einheit mit dem Hotel Jacob Gade bildet. Auf der Bühne des Großen Saals (ca. 1.100 Plätze) und im Jacob Gade Saal treten große dänische und internationale Künstler auf. Außerdem gibt es ein Restaurant und ein Café.
Auf dem Platz gegenüber der Vejle Kommune liegt der Stadtpark (Byparken), der 1993 eröffnet wurde. Er wurde u.a. von der Organisation „Friluftsrådet“ mit dem „Grünen Blatt der Stadt“ ausgezeichnet, das an Gebiete mit freiem Zugang und großem Liebhaberwert geht.

Anschließend geht es die Straße Flegborg entlang, über einen kleinen kanalisierten Wasserlauf, den Midtå, in Richtung Grønnegade. Hier befand sich einst eine Brücke, welche die Stadteile miteinander verband, die damals stärker durch das Wasser voneinander getrennt waren als heute. An der Ecke Grønnegade, der "Straße der armen Schuster”, und Kirkegade stand Vejles erstes Rathaus von ca. 1460 bis 1530, als es abbrannte. Von der Kirkegade bietet sich ein Blick zum Fjord und zur Vejlefjord-Brücke, die 1980 eingeweiht wurde.

Kirketorvet und ToRVEhallerne
Auf dem Platz Kirketorvet steht Poul Søndergaards Statue des Historikers und Pfarrers Anders Sørensen Vedel, der in Vejle das Licht der Welt erblickte. Bekannt wurde er für seine Übersetzung der „Chronik Dänemarks“ von Saxo Grammaticus. Die Wasserkunst, in deren Wasserhahngriffen ursprünglich große Münzen eingelassen waren, ist ein Entwurf von Professor Martin Nyrop, der auch zu den Architekten des schönen Bankgebäudes gegenüber der Kirche gehört. Die ehemalige Vejle Bank, heute Sydbank, wurde 1906 auf einem Sockel aus Granitquadern erbaut. Geschmückt wird sie u.a. vom Stadtwappen Vejle; beachten Sie auch die sechs Löwenköpfe, die symbolisch verhindern sollen, dass Diebe in den Keller der Bank eindringen und das Geld stehlen.

Die Architektur der ToRVEhallerne ist von südländischen und klassischen Elementen inspiriert. Der Komplex umfasst einen tropischen Palmengarten, Restaurants, Café, Pub und Hotel. Außerdem gibt es eine Bühne mit Platz für ca. 400 Besucher und mit breitem Repertoire.

Skt. Nicolai Kirche
Die Skt. Nicolai Kirche, benannt nach dem Schutzpatron der Seefahrer, stammt von ca. 1250. In die Nordmauer wurden 23 Schädel eingemauert. Der Geschichte zufolge handelt es sich um die Schädel von 23 polnischen Räubern, die im 17. Jh. gefangen genommen und hingerichtet wurden. Das Einmauern der Schädel sollte abschrecken und warnen.

Im Inneren des Gotteshauses gibt es verschiedene Dinge zu sehen. In der Hellig Kors (Heilig-Kreuz) Kapelle im nördlichen Seitenschiff wird eine Familienbeisetzung dargestellt; hier steht auch der Sarg der „Königin Gunhild“, einer außerordentlich gut erhaltenen Moorleiche. Als sie 1853 im Moorgebiet Dronningens Mose bei Haraldskær gefunden wurde, nahm man an, es handele sich um eine norwegische Königswitwe aus der Wikingerzeit. Neue C14-Untersuchungen der Holzhaken, mit der die Leiche im Moor befestigt war, haben jedoch gezeigt, dass sie sehr viel älter ist – bereits vor mehr als 2.500 Jahren, also in der Eisenzeit, wurde die Frau im Moor versenkt, und niemand weiß etwas über ihre Herkunft.

Die Windmühle und das Alte Rathaus
Von der Skt. Nicolai Kirche geht es weiter zum Rathausplatz. An der Ecke Kirkegade/Rådhustorvet sieht man rechter Hand ein schön restauriertes Gebäude, den Residensgården, in dem einst König Christian II. logierte. Links blickt man die Søndergade hinunter und erkennt in der Ferne die „Weiße Mühle“ auf dem alten Galgenhügel gegenüber oberhalb der Stadt.

Es handelt sich um eine sogenannte Holländermühle, die 1846 dorthin gebracht wurde und bis 1960 als Getreidemühle diente; das Inventar ist heute noch intakt. In der Mühle ist auch die Ausstellung des Vejle Museums über die Mühlen von Vejle untergebracht.

Wir beenden unseren Rundgang vor dem Rathaus, der 1878-79 vom Architekten C.V.F. Lehndorf erbaut wurde. Das heutige Gebäude ist das vierte Rathaus der Stadt und steht auf dem Grundstück eines ehemaligen mittelalterlichen Dominikanerklosters. Die Rathausglocke, die täglich zu hören ist, ist die gleiche, mit der man damals im alten Kloster zur Messe läutete. Im Rathaus befindet sich heute der Sitzungssaal des Stadtrates im ersten Stock sowie das städtische Straf- und Zivilgericht im Erdgeschoss.

Freitag, Juli 09 2010
VISITVEJLE Banegårdspladsen 6 DK-7100 Vejle Tel.: +45 76 81 19 25 KONTAKT